26. Etappe: Lüttich – München – Home Run
Finale: Mittags Maschine auslösen, zusammenschrauben, tanken (nachdem ich nach 2km liegenblieb) und weiter. In Lüttich scheint die Sonne, regnet und graupelt es. Keine Lust auf Überraschungen. Zwei mal Schnee auf der Reise waren genug, den brauche ich zum Abschluss gewiss nicht. Daher so schnell wie möglich nach Hause, auch wenn ich so manches Versprechen, auf meinem Heimweg bei dem Einen oder Anderen vorbeizuschauen, leider nicht einhalten kann. Bitte nicht böse sein!
Warten auf Godot..oder so
So kurz vor dem Ziel und es geht nicht weiter…
Meine Maschine sollte zwei Tage nach mir in Lüttich landen aber befindet sich nach über einer Woche immer noch in New York am Zoll. Dabei hieß es, bevor ich meinen Rückflug buchte (ja, der spontan in Tokio gebuchte Flug konnte nicht umgebucht werden), dass alles paletti sei und ich ruhigen Gewissens nach Europa könnte.
New York – Oslo – Brüssel
Newark ist ein Dorfflughafen. Aber ist ja auch egal, will ja nur wegfliegen und nicht dort wohnen. Acht Stunden Wartezeit in Oslo. Na, da schau ich doch in die Stadt.
Schneewittchen beißt in den Big Apple
Als Reiseziel ist New York ja ganz nett. Aber das kann ja jeder. Mit dem Motorrad durch New York. Hm… Ich leg was drauf: Mit dem Truck und Huckepack das Motorrad durch Manhattan zum Flughafen JFK. DAS ist ein Abenteuer! Der Feierabendverkehr ist ein Traum. Insbesondere wenn man kurz davor ist, wegen Spritmangel liegen zu bleiben. Erinnert mich fast an Usbekistan. 😉
Schneewittchen oder eigentlich mittlerweile Sandy landet schon wieder in der Kiste. Sie kann es nicht lassen. Wobei der Big Apple ja auch wirklich zum Anbeißen ist.
Anderthalb Stunden brauch ich raus zum Flughafen, zweieinhalb Stunden wieder zurück. Wartezeit zum Tanken: Knapp ne Stunde. Motorrad Richtung Europa geschickt: Unbezahlbar! 😉
25. Etappe: Denver – New York – Vom Winde verweht
Der in Vancouver neu aufgezogene Hinterreifen ist schon seit Las Vegas nicht mehr wirklich gut. Seit Albuquerque ist er eigentlich nicht mehr zulässig und seit Denver bester Rennstreckenslick. Zumindest in der Mitte. Die ewigen Geraden zollen hier nun mal Tribut. Ein Glück, dass ich ab sofort ne steife Brise von der Seite habe, so kann ich auch mal den Rand besser abnutzen.
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36 Grad und ich friere
Vor Antritt meiner Weltreise bin ich bei diesen Temperaturen noch im Wald laufen gegangen, habe die kühle Luft dort genossen und vielleicht ein wenig geschwitzt, wenn ich zu sehr Gas gab. Aber jetzt schlotter ich mir was ab. Sicherlich wird die gefühlte Temperatur durch den Fahrtwind in Kombination mit dem feinen Regen niedriger, aber es hilft alles nix: Ich werde weich. Und dick. Danke, amerikanische Küche! Zumindest sind die Fettschichten eine gute Isolationsschicht. Wie auch immer: Noch schnell die Tour für heute beenden, in Toronto aufschlagen und warten bis Sandy mir den Weg nach New York frei geräumt hat. Und hoffen, dass es ein bisschen wärmer wird als diese 36 Grad. Ich rede übrigens von Fahrenheit. Das sind knapp 2 Grad Celsius. Was habt Ihr gedacht? 😉
Denver – Schrecken ohne Ende
Denver soll für eine amerikanische Stadt sehr viele historische Gebäude bieten und ein eigenes besonderes Flair haben.
Das schau ich mir an. Mit dem Bus geht es in die Innenstadt. Es ist Samstag kurz vor Mittag. Irgendwie ist wenig los hier. Am Kapitol steige ich aus. Im Park davor findet ein spezieller Markt für Leute, die ihre innere Spiritualität erkannt haben, statt. Das erklärt mir ein Mann, der sich als eine Mischung zwischen Zauberer und Hexe empfindet.
Außerdem versuchen sie einen Rekord aufzustellen, um ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen. Sehr weltlich für Erleuchtete. Egal, dafür müssen 500 Menschen mit Hexenhut versammelt sein. Sie haben noch eine viertel Stunde Zeit. Mein Blick in den Park erfasst maximal 100 Hexen. Das dürfte knapp werden. Zaubern müsste man können, aber vielleicht sind ja echte Zauberer vor Ort, also besteht Hoffnung. Bevor ich noch im Wahn so nen Hut übergestülpt bekomme, nehm ich meinen Besen und düse ab. Ich dreh ne größere Runde über einen der zahlreichen Sportkomplexe in die historische Altstadt. Kaum Leute hier. Plötzlich Schreie. Ein Mann mit zerfetzter Kleidung, die blutrot getränkt ist, kommt mir entgegen. Ein weiterer Mann trägt einen abgetrennten Unterarm in seiner Hand. Einem hängt ein Auge heraus. Es werden immer mehr Leute, die orientierungslos herum irren, schreien und plötzlich zu Boden fallen.
24. Etappe: San Francisco – Denver – Endlose Weiten
Den Pazifik habe ich jetzt von beiden Seiten gesehen. Also ab Richtung Atlantik. Ist ein gutes Stück. Dazwischen gibt es einiges zu sehen. Schwierig eine Route zu wählen, denn wenn man sich für eine entscheidet, lässt man automatisch bekannte Sehenswürdigkeiten aus. Der Yosemite und Grand Canyon Nationalpark interessieren mich besonders. Dazwischen liegt Las Vegas. Kann ich ja mitnehmen. Muss man angeblich gesehen haben. Danach schau ich weiter.
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23. Etappe: Vancouver – San Francisco – Schlaftrunken in Seattle
Die amerikanische Grenze ist nicht weit entfernt von Vancouver. Es stehen gleich mehrere Grenzübergänge zur Verfügung. Die durchschnittliche Wartezeit wird durch Infotafeln angezeigt. Da ich eh nicht weiß, wie ich zu den anderen Übergängen kommen soll, fahre ich einfach geradeaus und erwische zufällig den mit fünf Minuten Wartezeit, während die restlichen mit mindestens 30 Minuten angegeben waren.
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Canadian dream
Ein Schachtner auf einem Motorrad kann eigentlich nur durch zwei Schachtner auf zwei Motorrädern übertroffen werden. Also los. Zuvor Vancouver erobern, die Suspension Bridge überschreiten, Baumwipfel erklimmen, den Hafen erkunden und im Pub versacken. Aber dann.
Brüderchen, komm bike mit mir
Schneewittchen!! Vancouver – Victoria – Vancouver
Auch wenn die Spedition auf vielfältige Weise versucht, mir das Leben schwer zu machen, schaffe ich es letztlich doch, Schneewittchen wach zu küssen. Jetzt kann ich wieder Fahrt aufnehmen. Da mein Bruder Thomas mich ein paar Tage später für zwei Wochen begleiten wird, werde ich mal die Gegend erkunden.
Schneewittchen?? … Tokio – Vancouver
Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin, die auf den entzückenden Namen „BMW R1150GS Adventure“ hörte. Naja, schön?! Auch für eine Prinzessin eher untypisch war sie nicht gerade zierlich, eher groß, kräftig und zu allem bereit.
Dr. Seltsam oder wie ich anfing, trotz allem zu lächeln
Wer ist Dr. Seltsam? Neben der Figur in Stanley Kubricks Film, definitiv ein großer Teil der Japaner. Eigentlich muss man sie lieben für ihre Eigenarten. Zwischenzeitlich fiel mir das schwer. Mittlerweile nehme ich das als Erlebnis auf. Mal sehen, wie lange ich das schaffe.
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