{"id":359,"date":"2012-06-04T19:42:14","date_gmt":"2012-06-04T16:42:14","guid":{"rendered":"http:\/\/dungeondigger.com\/?p=359"},"modified":"2012-06-05T05:42:41","modified_gmt":"2012-06-05T02:42:41","slug":"10-etappe-atyrau-beyneu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/munich-munich.com\/?p=359","title":{"rendered":"10. Etappe: Atyrau &#8211; Beyneu"},"content":{"rendered":"<p>Das k\u00f6nnte der k\u00fcrzeste Artikel jemals werden, wenn ich mir nicht ne unglaubliche Dummheit an diesem Tag erlaubt h\u00e4tte. <br \/><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/20120604-213143.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/20120604-213143.jpg?w=525\" alt=\"20120604-213143.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am Vormittag ging es in Atyrau los. Volltanken und dann auf einer wirklich sehr guten Stra\u00dfe ohne viel Verkehr nach Beyneu. Dort geht es entweder direkt weiter an die Usbekische Grenze oder Richtung Kaspisches Meer. Da ich die knapp 350 km in sehr kurzer Zeit abgespult habe, entschied ich mich, schnell zu tanken und die 280 km Richtung Shetpe auch noch an diesem Tag zu fahren. Das w\u00fcrde ich problemlos schaffen. Dazu kam es aber nicht an diesem Tag.<br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/20120604-213048.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/20120604-213048.jpg?w=525\" alt=\"20120604-213048.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><br \/>\nGetankt und rauf auf die neue Stra\u00dfe. Wenige hundert Meter sp\u00e4ter ist man mitten im Bau eines Stra\u00dfenabschnitts, deswegen wird der Verkehr einfach stumpf in die W\u00fcste geleitet. Vor mir f\u00e4hrt ein Lkw. Pl\u00f6tzlich sackt er tief ein. Das kann ich auch. Und plopp. Meine Maschine liegt im Sand. Der Beginn einer gro\u00dfen Leidenschaft. Zwei Mitfahrer des nachfolgenden Lkws helfen mir, die Maschine aufzurichten. Und weiter. Ich fahr ne zeitlang, als auf einmal die Stra\u00dfe komplett zu Ende ist und ich vor einem Milit\u00e4rgel\u00e4nde stehe. Ok, da wollte ich nicht hin. Ein paar M\u00e4nner stehen da und unterhalten sich. Ich frage nach dem Weg nach Aktau, dem eigentlichen Ziel, Shetpe ist nur ein Zwischenziel. Einer der M\u00e4nner springt spontan in sein Auto und f\u00e4hrt mir voraus. Unterwegs wundere ich mich, dass ich mein Sonnenvisier herunter mache. Das habe ich doch den ganzen Tag nicht gebraucht? Wo ist meine Sonnenbrille?? Ich hatte sie noch beim Tanken. Der Fahrer zeigt nach rechts und ruft &#8222;Aktau!&#8220;. Dann f\u00e4hrt er weg. Ich halte an, um nachzusehen, ob die Sonnenbrille an meinem Motorrad ist. Nichts. Ok, zur\u00fcck zur Tankstelle. Durch den Sand von vorher. Richtig: Plopp. Wieder hilft mir ein Lkw-Fahrer. An der Tankstelle ist nichts. Ich frage nach, aber ohne Ergebnis. Die Sonnenbrille hab ich doch auf den Tankrucksack gelegt?! Achja, und dann war da dieser aufdringliche Typ, der mit seinem Handy wirklich alles fotografiert hat u. a. auch die Armaturen. Der hat doch nicht etwa meine Sonnenbrille??<br \/>\nDas kann nicht sein. Jeder, wirklich jeder warnt mich, wie gef\u00e4hrlich es hier ist und dass ich sogar damit rechnen m\u00fcsste, dass meine Maschine w\u00e4hrend des Tankens geklaut wird&#8230;und dann das. Und ich habe nichts davon gemerkt. Sch&#8230;.!<br \/>\nNa gut, Zeichen erkannt: Ich fahr heute nirgends mehr hin. Schr\u00e4g gegen\u00fcber ist ein kleines Hotel, da quartier ich mich ein. Gedacht, getan. Komplett die Maschine entpacken, eventuell ist die Sonnenbrille ja doch irgendwo dazwischen gerutscht. Aber nein. Sie ist weg. Aus Frust hol ich mir ein Eis am Stiel beim n\u00e4chsten Supermarkt. Ich fahre mit der Maschine hin, da es doch etwas weit ist. Da gibt&#8217;s auch nen Geldautomaten. PIN und Geldbetrag eingegeben. Aber nichts. Keine Meldung. Nochmal. Funktioniert. Jetzt hoffe ich nur, dass nur einmal das Geld vom Konto abgebucht wird. Ich setze mich auf die Treppenstufen des Supermarkts, esse das Eis und nehme &#8222;Abschied&#8220; von der Sonnenbrille. War nicht ganz billig, da mit polarisierten Gl\u00e4sern, um so wenig wie m\u00f6glich durch die Hitzespiegelungen irritiert zu werden und mit Anpassung an meine Sehst\u00e4rke. Wer das mal machen hat lassen, wei\u00df, dass das eine Investition ist.<br \/>\nIch setz mich auf die Maschine und fahr los. Die Maschine macht richtig Spa\u00df so ohne Gep\u00e4ck. Gedanken versunken zisch ich am Hotel vorbei. Na, dann kann ich ja nochmal zur Sandstrecke und sehen, ob es an mir oder am Gep\u00e4ck liegt, dass es mich gleich zweimal niedergelassen hat. Problemlos komm ich durch. Jetzt nochmal aufdrehen, ist eh nichts los hier. Ein Hund kommt aus einem Haus geschossen und kreuzt kurz vor mir die Stra\u00dfe. Er bellt nicht. Er macht mit mir ein Wettrennen. Also fahr ich langsamer. Der Hund hat sichtlich Spa\u00df. Ach, dann fahr ich nochmal zum Milit\u00e4rgel\u00e4nde. Zwei Soldaten kommen aus dem Wachhaus. Ich frage sie nach meiner Sonnenbrille. Sie schauen vor ihre F\u00fc\u00dfe und finden nichts. Also wieder zur\u00fcck. Der Hund von eben wartet ja schon. Ich lasse ihn gewinnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/20120604-213120.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/20120604-213120.jpg?w=525\" alt=\"20120604-213120.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><br \/>\nAn der Abzweigung nach Aktau sind mehrere M\u00e4nner. Pl\u00f6tzlich versperren sie den Weg nach geradeaus und bilden eine Gasse. Sie winken zur Abzweigung hin und rufen &#8222;Aktau&#8220;. Das verstehe ich nicht. Dann erkenne ich den Mann von vorhin, der mir voraus fuhr. Wie mache ich ihm jetzt klar, dass ich jetzt nicht nach Aktau fahre. Ich halte an. Er kann aber kein Englisch. Irgendwie schaffe ich es dann doch. Er ruft es den anderen zu. Sie verteilen sich. Einer l\u00e4uft zu seinem Auto und kommt wieder zur\u00fcck. Er dr\u00fcckt mir etwas in die Hand. Es ist meine Sonnenbrille! Zwar etwas ramponiert, aber nichts Dramatisches. Ich kann es nicht fassen. Und ich habe nichts dabei, womit ich mich erkenntlich zeigen kann, da ja mein Gep\u00e4ck im Hotel ist. Ich greife zum Geldbeutel, er winkt ab. Das wusste ich. Irgendwo hab ich doch noch einen BMW-Kugelschreiber. Er freut sich sichtlich. Stolz zeigt er ihn den anderen. F\u00fcr alle anderen habe ich BMW-Aufkleber. Zum Gl\u00fcck hatte ich die zuvor beim Packen vergessen und dann in meine Jacke gesteckt. Auch sie sind begeistert. Ich verabschiede mich. Die Sonnenbrille war tats\u00e4chlich an meinem Motorrad, selbst durch den Sturz fiel sie nicht herunter, da sie feststeckte. Erst durch ein Schlagloch l\u00f6ste sie sich und fiel auf die Stra\u00dfe. &#8230;und ich verd\u00e4chtige einen Motorradbegeisterten, der wom\u00f6glich nie das Geld haben wird, solch ein Motorrad zu kaufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das k\u00f6nnte der k\u00fcrzeste Artikel jemals werden, wenn ich mir nicht ne unglaubliche Dummheit an diesem Tag erlaubt h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false},"categories":[4],"tags":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/359"}],"collection":[{"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=359"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/359\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":362,"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/359\/revisions\/362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/munich-munich.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}