{"id":296,"date":"2012-05-25T22:12:41","date_gmt":"2012-05-25T19:12:41","guid":{"rendered":"http:\/\/dungeondigger.com\/?p=296"},"modified":"2012-05-29T22:16:25","modified_gmt":"2012-05-29T19:16:25","slug":"6-etappe-krim-schachti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/munich-munich.com\/?p=296","title":{"rendered":"6. Etappe: Krim &#8211; Schachti"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer kleinen Auseinandersetzung mit dem Beauftragten f\u00fcr Au\u00dfenwerbung der Ukraine, zog ich es vor, so schnell wie m\u00f6glich aufzubrechen. Daher ging es ohne Fr\u00fchst\u00fcck auf die Bahn.<br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120525-230629.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120525-230629.jpg?w=525\" alt=\"20120525-230629.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Wenigstens war ich der Einzige auf der Stra\u00dfe. Erst gegen 8:00h waren die ersten Autofahrer zu sehen. Die Strecke war weiterhin sehr eindrucksvoll. Mein Ziel war, so schnell wie m\u00f6glich nach Russland zu kommen. Das ging am einfachsten mit der F\u00e4hre. Das Problem, das dabei entstehen k\u00f6nnte, war, dass man bei der Zollabfertigung mit sehr langen Wartezeiten rechnen muss, da mit einem Schlag ein gro\u00dfer Schwung zu kontrollieren ist. Ich riskierte es. Als ich ankam, fuhr gerade eine F\u00e4hre ab. Die N\u00e4chste ging erst in drei Stunden. Jede Menge Zeit die restlichen Hrywnjas zu verprassen. Dann \u00f6ffneten die Schranken f\u00fcr die Ausreise. Ungef\u00e4hr als Zehnter stand ich mit meinem Motorrad in der Schlange Als Erster durfte ich sie verlassen. Dazwischen lag eine Stunde. Zwischenzeitlich verzweifelte ein Z\u00f6llner an meinen unz\u00e4hligen Visa. China, Russland, Kasachstan u.a. Ich MUSS ein Spion sein. Ich stellte mich doof. Irgendwann gab er es auf. Dann wollte er auf Teufel komm raus, etwas in meinem Gep\u00e4ck zum Verzollen (Ausreise??) finden. Zuf\u00e4llig fand er meinen Pfefferspray. Der Trick, den mir ein Verk\u00e4ufer in M\u00fcnchen nannte, ich solle einen anderen Aufkleber (z.B. von einem Deo) drauf machen, funktionierte. W\u00e4r aber beinah im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gegangen. Da ich kein Deo hatte, das noch mit einen Aufkleber versehen war, nahm ich den vom M\u00fcckenspray. Fand ich auch sinnvoller, denn welcher Motorradfahrer braucht um Himmels Willen ein Deo im Tankrucksack?? Zum Gl\u00fcck stand dort auf Russisch drauf, was es macht, denn der Z\u00f6llner wollte einmal probesprayen. Tief durchatmen! Sehr erleichtert fuhr ich los. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120525-230355.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120525-230355.jpg?w=525\" alt=\"20120525-230355.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><br \/>\nAls Erster aus dem Zoll hei\u00dft: als Erster auf der F\u00e4hre und als Erster beim russischen Zoll. Yes!! Zufrieden steuerte ich auf die F\u00e4hre zu. Der letzte Z\u00f6llner (von gesamt f\u00fcnf! Instanzen, die man durchqueren muss) winkt mich durch. Und dann kam der Lademeister. Ich soll als Letzter auf die F\u00e4hre. Das kann nicht wahr sein. Auch der Z\u00f6llner, selbst begeisterter Motorradfahrer, kann es nicht glauben. Er legt ein gutes Wort f\u00fcr mich ein. Keine Chance. Ich komme als Letzter rauf. Und um die Spannung vorweg zu nehmen: Ich komme als Vorletzter durch den russischen Zoll.<br \/>\nW\u00e4hrend der F\u00e4hrfahrt versammelt sich eine Menschentraube um mein Motorrad. Zum Gl\u00fcck stand die Maschine mittig, sonst w\u00e4r der alte Kahn noch in Schieflage geraten. Nach der Ankunft warteten dann alle Reisenden in sengender Hitze auf die Gnade der russischen Z\u00f6llner. Es war ein Spiel. Die Regeln bestimmten die Kontrolleure und sie \u00e4nderten sie in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden: Man soll vor kommen. Man soll sein Fahrzeug nicht verlassen. Wer bestimmte Formulare nicht ausgef\u00fcllt hat, wird nicht kontrolliert&#8230;die Formulare gibt es nur vorne, aber blo\u00df nicht das Fahrzeug verlassen. Und Vorfahren nur mit ausgef\u00fcllten Formularen. Irgendwann fingen auch die russischen Reisenden an zu schimpfen. Mein Joker war wieder das Motorrad. Leider war es kein gro\u00dfer Stich, aber immerhin. Als ich zur Fahrzeugkontrolle kam, sollte ich s\u00e4mtliche Koffer und Taschen f\u00fcr den Drogensp\u00fcrhund leer r\u00e4umen. Ein Z\u00f6llner, der selbst ein Motorrad hat, widersprach und fragte mich, was ich in den Koffern h\u00e4tte. Ich z\u00e4hlte auf. Die Hundef\u00fchrerin war skeptisch: Ausr\u00e4umen. Der Z\u00f6llner sagte in einem herzerweichenden Ton irgendwas auf Russisch, was ich beim besten Willen nicht verstand. Immerhin zog die Hundef\u00fchrerin unmittelbar mit einem Murren ab. Nur noch zwei Instanzen. Nach zwei Stunden war das gesamte Prozedere dann durch&#8230;und ich auch. Nur noch irgendwo hin. Duschen, essen, schlafen. Schlie\u00dflich schritt die Zeit schnell voran, denn die n\u00e4chste Zeitumstellung war notwendig. Zumindest fiel der Spritpreis unter die 1\u20ac Marke. Ein Liter mit 95 Oktan kosten ca. 0,75\u20ac. Damit l\u00e4sst sich&#8217;s gut fahren.<br \/>\nKrasnodar lag auf dem Weg nach Wolgograd und war nicht mehr weit. Die Stadt hat einige Vorteile: Sie bietet so wenig, dass man problemlos dort sein kann, ohne den Zwang zu versp\u00fcren, die Stadt erkunden zu m\u00fcssen. Ruhe pur. Vom Stra\u00dfen- und Baul\u00e4rm mal abgesehen. Und es regnete. Nein, das ist zwar kein Vorteil, aber mittlerweile Standard bei dieser Reise. Also war ich auf der richtigen Route.<br \/>\nNach einem weiteren Tag Pause zur Regeneration ging es weiter nach Schachti (oft auch als Shakhty geschrieben, was nat\u00fcrlich falsch ist).<br \/>\nDen Grund f\u00fcr dieses Ziel kann man sich denken. Eine Welle trug mich quasi dorthin. Ich habe schon so manchen Regen erlebt, aber das war die Referenz. Ich fuhr nicht, ich schwamm. Nein, es war noch jede Menge Wind dabei: Ich segelte. Da hat man echt genug vom Tag.<br \/>\nAber ich war ja nicht zum Spa\u00df hier. Voller Erwartung erkundete ich die Stadt. Und was soll ich sagen? Besser nichts. Au\u00dfer der obligatorischen Lenin-Statue bietet die Stadt einen originellen Namen. Tja. Der in Stein verhexte Lenin steht da mit einer Geste, als wolle er sagen: &#8222;Sieh her, was ich gemacht habe.&#8220; &#8230;h\u00e4ttste besser mal gelassen.<br \/><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120525-230637.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120525-230637.jpg?w=525\" alt=\"20120525-230637.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer kleinen Auseinandersetzung mit dem Beauftragten f\u00fcr Au\u00dfenwerbung der Ukraine, zog ich es vor, so schnell wie m\u00f6glich aufzubrechen. 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