{"id":153,"date":"2012-05-10T11:55:06","date_gmt":"2012-05-10T08:55:06","guid":{"rendered":"http:\/\/dungeondigger.com\/?p=153"},"modified":"2012-05-20T22:00:05","modified_gmt":"2012-05-20T19:00:05","slug":"3-etappe-krakau-timisoara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/munich-munich.com\/?p=153","title":{"rendered":"3. Etappe: Krakau &#8211; Timisoara"},"content":{"rendered":"<p>Morgens packe ich meine Sachen, als ich eine SMS von Doru, einem rum\u00e4nischen Motorradreisenden, den ich \u00fcber das Internet kennen gelernt habe, erhalte. Er l\u00e4dt mich zu sich nach Timisoara ein. Das interessiert mich. Also \u00e4ndere ich meine Pl\u00e4ne direkt \u00fcber die Ukraine zum Schwarzen Meer zu fahren. Jetzt geht es \u00fcber die Tatra durch die Slowakei und Ungarn nach Rum\u00e4nien. Genau genommen ein Umweg, aber das ist ja die ganze Reise und somit passend!<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n<p>Die Maschine ist gepackt. F\u00fchlt sich leichter an. Ist sie nat\u00fcrlich nicht. Der Blick zum Himmel verspricht, dass ich weder damit rechnen muss, allzu sehr zum Schwitzen zu kommen, noch dass ich meine Sonnenbrille zu sehr strapazieren muss. Motor starten und mit Schwung in den Stau Krakaus. Die Beladung macht es mir unm\u00f6glich an den wartenden Autoschlangen vorbeizufahren. Langsam verlasse ich das Zentrum und es geht mit einem Schlag sehr z\u00fcgig. Mein iPhone versorgt mich schon w\u00e4hrend der ganzen Reise zuf\u00e4llig mit Musiktiteln aus meiner 5000-Lieder Sammlung. Es hat wohl direkte Verbindung zu Petrus, als es von den \u00c4rzten &#8222;Himmelblau&#8220; spielt, denn in diesem Moment reisst der Himmel auf. Zwar nicht sehr lang, aber ne nette Abschiedsgeste von Krakau. Wenig spater folgt &#8222;Sehnsucht&#8220; von Purple Schulz. Das h\u00e4tte zum Stau zwar besser gepasst, aber ich will ja nicht kleinlich sein.<br \/>\nEs ist relativ k\u00fchl, was auch der Blick auf die regelm\u00e4\u00dfig installierten Infotafeln mit Luft- und Asphalttemperatur best\u00e4tigen: Luft 8,6 \u00b0C, Asphalt: 20,1 \u00b0C.<br \/>\nDie Fahrt \u00fcber die Tatra wird anfangs durch den starken Hochnebel etwas getr\u00fcbt. Daf\u00fcr bieten die Stra\u00dfen nahezu Fahrspa\u00df pur. Leicht verwunderlich ist der Zustand der Stra\u00dfen. Kilometerlange makellose Fahrbahnen und urplotzlich in einer engen Kurve der Beginn eines ehemaligen Bombenabwurfplatzes. Und zwar f\u00fcr 20 Meter. Anschliessend folgen wieder perfekte Kilometer. Na, da ging wohl der EU zwischenzeitlich das Geld aus. Trotz der ein oder anderen pulstreibenden Situation merke ich, dass es schattig ist. Lange k\u00e4mpfe ich mit mir, denn ich will mich nicht noch in eine weitere Jacke zw\u00e4ngen. Als Michelin-M\u00e4nnchen f\u00fchle ich mich zu eingezw\u00e4ngt, zu wenig beweglich auf den kurvenreichen Strecken. Da will ich schnell und agil durch die Bergstra\u00dfen lenken k\u00f6nnen. Einspruch von meiner schwer bepackten Maschine. Kurzer Check im R\u00fcckspiegel: Ok, stattgegeben&#8230; allzu sehr sollte ich es nicht \u00fcbertreiben mit der Schr\u00e4glage&#8230;sie k\u00f6nnte Ausma\u00dfe annehmen, die ich per se ablehne. Also ne Schicht Fleece unter die Motorradkombi. Die spannt nun ordentlich. Es l\u00e4sst sich trotzdem \u00fcberraschenderweise ganz gut damit fahren. Es ist einfach nichts los hier.<br \/>\nDie Fahrt von der Tatra zur slowakisch-ungarischen Grenze verfrachtet einen in eine andere Welt. Die abwechlsungsreichen Bergstra\u00dfen werden von ewig geraden Strecken abgel\u00f6st, die nur willk\u00fcrlich von Kleinstd\u00f6rfern ges\u00e4umt werden. Zwischen diesen D\u00f6rfern sind junge Familien oder kleine Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren zu Fu\u00df mit Kinderw\u00e4gen unterwegs. Sie f\u00fchren entweder noch j\u00fcngere Geschwister spazieren oder transportieren in den W\u00e4gen riesige Berge an Lebensmittel oder Holz. In den Orten treffen sich die Menschen im Zentrum. Das sieht letztlich so aus: Eine gerade Stra\u00dfe mit einem auftauchenden Ortsschild. Vier H\u00e4user stehen rechts, vier H\u00e4user stehen links der Stra\u00dfe. Ein Haus ist abgebrannt, eines ist schon lange eingest\u00fcrzt. Es gibt keine Garagen. Wozu auch? Es scheint niemand ein Auto zu besitzen. Die Menschen sitzen oder stehen mitten auf der Stra\u00dfe und unterhalten sich, spielen Karten oder wundern sich \u00fcber vorbeirauschende Motorradfahrer, die scheinbar ihr halbes Heim dabei haben. Wer f\u00fchrt hier ein Zigeunerleben?<br \/>\nMir kommt der Gedanke, dass ich wohl auf diesen zwei R\u00e4dern mehr f\u00fcr mich habe, als die gesamten Bewohner eines dieser D\u00f6rfer. Ich fahr durch mindestens acht dieser Ortschaften, als urpl\u00f6tzlich dieses Landschaftsbild durch eine autobahn\u00e4hnliche Schnellstra\u00dfe durchkreuzt wird.<br \/>\nIn Ungarn sehe ich mehrfach Turboriesentausendf\u00fc\u00dfler. Knapp 400 m lang stehen sie auf Feldern und werden wohl zur Bew\u00e4sserung oder zur Saat eingesetzt. Ich wei\u00df es nicht. Da die unz\u00e4hligen Stelzen mit R\u00e4dern best\u00fcckt sind, sind es f\u00fcr mich Tausendf\u00fc\u00dfler auf Rollschuhen. Aber sie scheinen zu schlafen. Keines dieser Unget\u00fcmer bewegt sich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-214712.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-214712.jpg?w=525\" alt=\"20120520-214712.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-214725.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-214725.jpg?w=525\" alt=\"20120520-214725.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><br \/>\nAufgrund des Tipps von Doru, den zwar l\u00e4ngeren aber ruhigeren Weg durch Ungarn bis zur s\u00fcdlichsten Grenze nach Rum\u00e4nien zu nehmen, fahre ich jetzt einen Umweg durch eine etwas monotone Landschaft. Kleine Vorbereitung auf Kasachstan. Zwischenstopp in Debrecen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-214936.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-214936.jpg?w=525\" alt=\"20120520-214936.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-214949.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-214949.jpg?w=525\" alt=\"20120520-214949.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-215001.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-215001.jpg?w=525\" alt=\"20120520-215001.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-215010.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/20120520-215010.jpg?w=525\" alt=\"20120520-215010.jpg\" class=\"alignnone size-full\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><br \/>\nWollte eine Debrecziner-Wurst zur St\u00e4rkung essen. &#8222;Bl\u00f6der deutscher Tourist&#8220; sage ich nach erfolgloser Suche zu mir. Die Wurst wurde zwar nach der Stadt benannt, kommt aber nicht von dort. Also weiter. Erste Grenzkontrolle. Gleichzeitig erster Zeitzonenwechsel. Beides erfolgt unspektakul\u00e4r. Der ungarische Grenzer will mehr \u00fcber die Reise wissen, aber der Andrang ist zu gro\u00df, weswegen er mich doch weiter schickt. Ankunft in Timisoara. Nach einer erfrischenden Dusche, einem k\u00fchlen Bier und einem Steak vom Grill f\u00fchle ich mich wie neugeboren. Wir unterhalten uns \u00fcber unsere Motorradtouren und unsere Familie. Er ist verr\u00fcckter als ich. Er fuhr bereits mit Frau (eigenes Motorrad), Kind und Kegel auf dem Motorrad nach Helsinki, Istanbul und plant Touren nach Korsika, in den Iran und in die Mongolei. Dabei nimmt er Tagesetappen von \u00fcber 800 km in Kauf, um Zeit zu sparen. Ich falle ins Bett und fahre 1000 km im Schlaf. Ne, das ist zuviel. Ich bleibe bei meinen maximal 500 km am Tag. Auch wenn es sp\u00e4ter sowieso deutlich weniger werden sollten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens packe ich meine Sachen, als ich eine SMS von Doru, einem rum\u00e4nischen Motorradreisenden, den ich \u00fcber das Internet kennen gelernt habe, erhalte. Er l\u00e4dt mich zu sich nach Timisoara ein. Das interessiert mich. Also \u00e4ndere ich meine Pl\u00e4ne direkt \u00fcber die Ukraine zum Schwarzen Meer zu fahren. Jetzt geht es \u00fcber die Tatra durch &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/munich-munich.com\/?p=153\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e3. 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