{"id":1150,"date":"2012-11-03T06:15:00","date_gmt":"2012-11-03T03:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/dungeondigger.com\/?p=1150"},"modified":"2021-02-22T21:45:40","modified_gmt":"2021-02-22T20:45:40","slug":"25-etappe-denver-new-york","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/munich-munich.com\/?p=1150","title":{"rendered":"25. Etappe: Denver &#8211; New York &#8211; Vom Winde verweht"},"content":{"rendered":"<p>Der in Vancouver neu aufgezogene Hinterreifen ist schon seit Las Vegas nicht mehr wirklich gut. Seit Albuquerque ist er eigentlich nicht mehr zul\u00e4ssig und seit Denver bester Rennstreckenslick. Zumindest in der Mitte. Die ewigen Geraden zollen hier nun mal Tribut. Ein Gl\u00fcck, dass ich ab sofort ne steife Brise von der Seite habe, so kann ich auch mal den Rand besser abnutzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2051.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aber auf kurz oder lang muss ich den Reifen tauschen. Und wenn ich schon dabei bin, dann nehm ich gleich meinen Lieblingssatz mit dem Elefanten. In Kansas City wartet ein neues Paar auf mich.<br \/>\nDer Tausch gestaltet sich deutlich schwieriger als gedacht. Gew\u00f6hnliche Reifenh\u00e4ndler haben angeblich nicht die M\u00f6glichkeit Motorradreifen neu aufzuziehen. Da die Saison schon vorbei ist, haben die meisten Motorradwerkst\u00e4tten geschlossen. Motorradh\u00e4ndler haben oft keine Werkstatt im Haus. Es w\u00e4re gelogen, w\u00fcrde ich behaupten, dass ich das selbst herausgefunden habe. Ich habe einfach das Gl\u00fcck, dass ich bei einem Reifenh\u00e4ndler auf Rychard, einen Motorradenthusiasten, sto\u00dfe, der f\u00fcr mich die Gelben Seiten durchtelefoniert. Nach einer Stunde hat er Erfolg. Es findet sich eine Werkstatt, die noch offen hat und bereit ist Reifen, die ich mitbringe, aufzuziehen. Und sie befindet sich ganz in der N\u00e4he, wie er mir mit Stolz mitteilt. Damit ich&#8217;s gleich finde, f\u00e4hrt er mir voraus. So nach knapp 40km geht mir dann der Sprit mitten auf einem Expressway aus. Mit &#8222;in der N\u00e4he&#8220; hatte ich nicht eine Fahrt von knapp einer Stunde durch den Berufsverkehr vermutet. Aber auch da hilft Rychard mir und nach knapp einer halben Stunde sind wir tats\u00e4chlich bei der Werkstatt. Es ist mittlerweile Mittag und ich plane schon mal meine Tour durch die Stadt, die ja sehr sch\u00f6n sein soll. Leider wird daraus nix. Aus der anberaumten halben Stunde zum Wechseln der Reifen, was realistisch ist, werden f\u00fcnf Stunden. So erhalte ich die M\u00f6glichkeit Kansas City bei Nacht kennenzulernen. Auch nicht schlecht. Definitiv besuchenswert die Stadt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2083.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><br \/>\nWeiter nach St. Louis. Die Fahrt mit dem speziellen Lift des &#8222;Arch&#8220;, deren Kabinen wie Rettungskapseln aus Science-Fiction-Filmen anmutet, und der Blick aus &#8222;the Arch&#8220; sind der H\u00f6hepunkt der Stadtbesichtigung. Ganz nette Stadt, aber als Hauptreiseziel werde ich die Stadt nicht einplanen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-101430.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-101430.jpg?w=525\" alt=\"20121104-101430.jpg\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2151.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2147.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><br \/>\nWenn es bislang schon recht windig war, kommt jetzt eine erfrischende K\u00fchle hinzu. Die Tage, an denen ich mit dem Sommermotorradanzug fahren konnte, sind vorbei. Von Tag zu Tag kommt eine Schicht lange Unterw\u00e4sche hinzu. Die Heizgriffe gl\u00fchen im Dauerbetrieb. Wenn es der Wettergott gut mit mir meint, bleibt es trocken, ansonsten schickt er Regen. Er scheint mich nicht zu m\u00f6gen, wobei er wohl noch hadert. Ab und zu blinzelt er mit einem Sonnenstrahl hinunter&#8230;wom\u00f6glich nur um zu sehen, wo ich gerade bin, damit er noch mehr Regen schicken kann.<br \/>\nSeit Denver habe ich f\u00fcr mich bei gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte den Rhythmus eingef\u00fchrt, zwei N\u00e4chte zu bleiben. So habe ich mindestens einen Abend und einen ganzen Tag, um in eine Stadt hinein zu schnuppern. Eigentlich viel zu wenig, aber f\u00fcr mehr reicht die Zeit nicht. Der Winter kommt bestimmt. Und da will ich schon weg sein. Eigentlich k\u00f6nnte ich das Tempo noch erh\u00f6hen, indem ich fr\u00fch aufstehe, die Stadt besichtige und dann mittags wieder weiter. Dann w\u00fcrde ich in vielen F\u00e4llen auch mittags bei der n\u00e4chsten gr\u00f6\u00dferen Stadt ankommen, um schon einen ersten Eindruck zu gewinnen. Aber das ist mir doch zu hektisch. Ich bin ja nicht auf der Flucht. Und es bewahrte mich vor Sandy in New York. So erlebte ich die Vorl\u00e4ufer auf dem Weg zwischen Chicago und Toronto. Chicago ist ja &#8222;the windy city&#8220;. Diesen Titel hat sich die Stadt auch wirklich verdient. Kaum ein Stra\u00dfenzug, in dem es nicht weht. Irgendwann war es mir zu bl\u00f6d&#8230;und eigentlich auch zu kalt und bin beim n\u00e4chsten Laden rein. Oha, ein Friseur. Das trifft sich gut. Mein Helm ist schon etwas eng geworden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-101700.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-101700.jpg?w=525\" alt=\"20121104-101700.jpg\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-102130.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-102130.jpg?w=525\" alt=\"20121104-102130.jpg\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2318.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p>Die Hoffnung, der Wind w\u00fcrde nachlassen, sobald ich &#8222;the windy city&#8220; verlasse, erf\u00fcllt sich nicht. Es wird immer schlimmer, dabei ist Sandy doch noch irgendwo vor der K\u00fcste und ich zudem 800 km entfernt von dieser. Naja, Naturgewalten. Die halten sich nicht an die beschr\u00e4nkten Vorstellungsm\u00f6glichkeiten eines Reisenden.<br \/>\nEs gab auf dieser Reise nicht viele Situationen, bei denen ich angehalten habe, um kurz inne zu halten und mich auf einen gewissen Streckenabschnitt zu konzentrieren, da ich wusste, dass es besser ist keinen Fehler zu machen, oder besser ausgedr\u00fcckt: Ein Fehler w\u00e4re fatal geworden. In der Mongolei, als ich mutterseelen allein vor einem Steilhang stand zum Beispiel, der steiler war als die H\u00e4nge im Trainingsgel\u00e4nde von BMW und mit Felsen versetzt war. Und eigentlich auch noch ein St\u00fcck h\u00f6her. Ein ziemliches St\u00fcck. Da stand ich und dachte mir: &#8222;Naja, was soll&#8217;s? Es gibt halt kein Zur\u00fcck.&#8220; Gut, es h\u00e4tte schon eins gegeben, aber dieses &#8222;Zur\u00fcck&#8220; w\u00e4re unkontrolliert gewesen. Es war schon sehr steil und hoch. Wie auch immer. Jetzt an der Br\u00fccke zum Grenz\u00fcbergang nach Kanada war wieder so ein Zeitpunkt. Es war nicht steil, gut es war hoch, aber es war ne gro\u00dfe, intakte Br\u00fccke. Das Bl\u00f6de war der Wind. Eigentlich waren es Sturmb\u00f6en. Die waren schon ordentlich und kamen mal von links und mal von rechts. Also durchschnaufen, warten bis kaum Verkehr ist und r\u00fcber. Die 200m f\u00fchlten sich an wie ne halbe Ewigkeit. Die drei Fahrspuren habe ich zur vollen Breite ben\u00f6tigt. Es blies mich von der Mitte nach links und wieder nach rechts. Meine Schr\u00e4glage war beinahe schon am Maximum. Nicht mehr viel und ich h\u00e4tte aufgesetzt&#8230;beim geradeaus fahren. H\u00e4tte ich die Ruhe gehabt und h\u00e4tte meine Hand ausgestreckt ich h\u00e4tte das Gel\u00e4nder ber\u00fchren k\u00f6nnen. Ich hatte sie nicht. Die Z\u00f6llnerin direkt am Ende der Br\u00fccke begr\u00fc\u00dfte mich mit einem &#8222;You did it!&#8220;. Weiter Richtung Toronto. Die N\u00e4sse und K\u00e4lte waren mittlerweile mehr als ungem\u00fctlich. Jede Rastst\u00e4tte war mir willkommen, jedoch hielt ich dann doch nicht bei jeder an. Ich verliere einfach zu viel Zeit durch die Pausen, da ich so gut verpackt bin, dass es eine halbe Ewigkeit dauert, bis ich mich freigesch\u00e4lt habe und doppelt so lang, bis ich mich wieder eingepackt habe. So zitter ich mich warm. In Toronto stell ich mich nur noch unter die hei\u00dfe Dusche und verbrauche bestimmt den halben Warmwassertank des Hotels bis ich nicht nur aufgetaut sondern ganz und gar verschrumpelt bin. Mein Aktionsradius f\u00fcr den restlichen Tag bewegt sich nur eine Arml\u00e4nge um mein warmes Bett. Tags drauf treffe ich mich mit drei NeuAltkanadiern: Sue und Dirk. &#8230; \ud83d\ude42 Ihr Nachwuchs war auch dabei, auch wenn er nicht wie vermutet an diesem Tag entschl\u00fcpfte. Sch\u00f6n gem\u00fctlich unterhalten und essen. Herrlich! Eigenartig, meist esse ich ja alleine und k\u00f6nnte es so ruhig angehen, wie ich will. Aber da hudel ich. In netter Gesellschaft isst es sich besser.<br \/>\nDank Sandy bleibe ich l\u00e4nger in der Stadt. Den Tipp Dirks zur Sportbar mit riesiger Leinwand zu gehen, kannten andere auch. Schlechtes Timing. Irgendeine Sportveranstaltung ist kurz bevor ich dort ankomme zu Ende und knapp die halbe Stadt kommt mir entgegen. Die andere H\u00e4lfte steht vor der Sportbar und wartet auf Einlass. Tja, dann muss ich ein ander Mal nochmal kommen. Aber da muss man mich nicht dazu zwingen. Toronto hat mir gut gefallen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2326.jpg?w=525\" alt=\"\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-102042.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-102042.jpg?w=525\" alt=\"20121104-102042.jpg\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2330.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-102010.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-102010.jpg?w=525\" alt=\"20121104-102010.jpg\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/p>\n<p>;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-102224.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/20121104-102224.jpg?w=525\" alt=\"20121104-102224.jpg\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a>Aber jetzt ist es soweit: Sandy ist vor\u00fcber gezogen und ich sollte mich mal daran machen, nach Europa zur\u00fcck zu kommen.<br \/>\nAn den Niagara F\u00e4llen vorbei, die ich nahezu allein bei Eisesk\u00e4lte bewundern durfte, durch Sandys Schneise geht es an die Ostk\u00fcste.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2391.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2414.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2418.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p>Nicht sch\u00f6n, was der Sturm angerichtet hat. Ab sofort habe ich mit Umleitungen zu k\u00e4mpfen, die nicht ausgeschildert sind, Stromm\u00e4ste, deren Kabel sehr viel niedriger als \u00fcblich h\u00e4ngen, H\u00e4user, deren Inventar oder auch deren W\u00e4nde zum Teil auf der Stra\u00dfe liegen, und B\u00e4ume, die sich einfach mal hinlegen wollten. Dabei bin ich sicherlich derjenige, der von allen Anwesenden es mit Abstand am besten hat: Ich fahre nur durch. Knapp 70km vor New York sind die ersten Warteschlangen an den Tankstellen, wenn auch nicht au\u00dferordentlich lang. Je n\u00e4her man der Multimillionenstadt kommt, desto l\u00e4nger werden dann auch die Schlangen und die Polizei ist dann auch immer pr\u00e4sent. Entsprechend ruhig verl\u00e4uft das Prozedere. Zum Gl\u00fcck hatte ich noch zuvor getankt und dank meines 30 Liter-Tanks kann ich zum Schluss sogar noch ein paar Liter Benzin dem BMW-Mechaniker spendieren, der meine Maschine f\u00fcr den Flug in die Kiste einpackt. Der hat sich so sehr dar\u00fcber gefreut, ich glaube, kein Trinkgeld der Welt (naja, zumindest keines was ich bereit bin zu zahlen) h\u00e4tte ihn gl\u00fccklicher stimmen k\u00f6nnen. In New York angekommen, war die Stimmung eigenartig. Es herrschte eine angespannte Ruhe. Diejenigen, die am wenigsten betroffen waren, &#8222;lediglich&#8220; mit Stromausfall zu k\u00e4mpfen hatten, aber trotzdem z.B. noch Wasser hatten, schimpften am lautesten. Je h\u00e4rter getroffen, desto weniger \u00e4u\u00dferten sie sich. Denn Gespr\u00e4chsthema Nummer 1 war Sandy. Nur am Wahltag wurde es durch die Hochrechnungen und letztlich der Wiederwahl Obamas abgel\u00f6st. Tags drauf war es wieder Sandy. Nur einmal erlebte ich, dass es beinahe zu einer t\u00e4tlichen Auseinandersetzung zwischen Autofahrern kam, die auf Benzin warteten: Einer wollte sich vordr\u00e4ngeln, viele waren dagegen.<br \/>\nDie Organisation des R\u00fccktransports der Maschine gestaltete sich extrem schwierig. Bis auf eine Firma, antwortete keines der zuvor kontaktierten Unternehmen. Erst nachdem ich dann mein Motorrad verfrachtet hatte, erhielt ich von einer Firma dann die Nachricht, dass sie nicht wissen, ob sie jemals wieder arbeiten k\u00f6nnen werden. Es ist wohl nicht nur das B\u00fcrogeb\u00e4ude und das Lagerhaus schwer besch\u00e4digt (das ist meist versichert), am Schlimmsten sei der gro\u00dfe Verlust der Kundendaten.<br \/>\nF\u00fcr mich ist das gr\u00f6\u00dfte Problem \u00fcberhaupt in Kontakt mit m\u00f6glichen Firmen zu treten: Es gibt nur an wenigen Stellen Internet. Sp\u00e4testens hier wurde ich ein Starbucks und McDonalds-Pilger. Naja, Kaffee trinke ich wirklich gern, aber ich habe mich meist durchgeschwindelt. Eine amerikanische Telefonkarte kann ich mir nicht kaufen, da hierf\u00fcr ebenfalls Internet notwendig ist. Zwar nicht f\u00fcr mich sondern f\u00fcr das ausstellende Gesch\u00e4ft, aber die hatten keines. Also doch wieder raus zum Flughafen und die einzelnen B\u00fcros abklappern. So verbringe ich einen ganzen Tag. Keiner will eine feste Zusage machen, da so vieles ungewiss sei. Der Wintersturm war ja angek\u00fcndigt. Also nehme ich das einzige Angebot, das ich noch vor meiner Ankunft in New York erhielt. Dadurch verliere ich zwar die M\u00f6glichkeit von der Atlantikk\u00fcste aus nach Hause zu fahren, aber was soll&#8217;s. So bringe ich meine BMW zu BMW Manhattan, die das g\u00fcnstigste Angebot zum Verpacken machten und auch nicht wie andere Firmen &#8222;erst mal schauen, wann es gemacht wird&#8220;, sondern unmittelbar anfangen und nach zwei Stunden fertig sind. In der Zwischenzeit einen Truck gemietet und durch Manhattan, Brooklyn und Queens (da waren sie wieder: die Umleitungen) zum Flughafen, abliefern und durch den Berufsverkehr zweieinhalb Stunden zur\u00fcck. Den Truck muss ich getankt abgeben. Klar. Die Warteschlangen vor den Tankstellen waren utopisch lang. Wartezeiten von mindestens drei Stunden waren angegeben. Also Truck abstellen und am n\u00e4chsten Morgen fr\u00fch raus und hoffen, dass es besser wird. Es wurde besser: Nur noch eine Stunde Wartezeit. Jetzt konnte ich New York erobern, das Empire-State-Building erklimmen, auf den Decks der Touristenbusse frieren, durch Schnee stapfen (was f\u00fcr ein Timing! Ein Tag vorher fuhr ich dort das letzte Mal mit dem Motorrad) und die Freiheitsstatue bei Sonnenuntergang bewundern und noch vieles mehr.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2459.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2542.jpg?resize=525%2C394\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2687.jpg?w=525\" alt=\"\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2705.jpg?resize=480%2C640\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"640\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/MOVI0123.jpg?w=525\" alt=\"\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/dungeondigger.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/IMG_2775.jpg?w=525\" alt=\"\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p>(man beachte den Text auf dem Bus ganz unten im Bild)<\/p>\n<p>Tja, und das war&#8217;s mit dem Kapitel Nordamerika. Jetzt komm ich heim.<\/p>\n<p>;<\/p>\n<p>;<\/p>\n<p>;<\/p>\n<p>;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der in Vancouver neu aufgezogene Hinterreifen ist schon seit Las Vegas nicht mehr wirklich gut. Seit Albuquerque ist er eigentlich nicht mehr zul\u00e4ssig und seit Denver bester Rennstreckenslick. Zumindest in der Mitte. Die ewigen Geraden zollen hier nun mal Tribut. Ein Gl\u00fcck, dass ich ab sofort ne steife Brise von der Seite habe, so kann &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/munich-munich.com\/?p=1150\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e25. 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